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Ru(h)mreiche Zeiten

Ru(h)mreiche Zeiten

Black Tears lautet der eindringliche Name einer Neuheit im Rum-Bereich. Der erste Spiced aus kubanischem Rum. Schon das bunt-fröhliche Etikett ist ein Hingucker, die Rückseite wie eine Postkarte gestaltet. Vertrieben wird Black Tears von der Mack & Schühle AG mit Unterstützung durch die Chartstürmer Madcon, die folgende Botschaft verkünden wollen: „Wie wir Kubaner ist auch unser Spiced: authentisch, leidenschaftlich und unkompliziert. Mit Stolz tragen wir die grüne Banderole als Zeichen unserer authentischen Herkunft – Kuba.“ Das neue, moderne Kuba ist immer noch heiß und pulsierend. Seit Oktober ist das Getränk auf dem Markt. Madcon ist ein norwegisches Duo bestehend aus Tshawe Baqwa und Yosef Wolde-Mariam, und inzwischen einer der erfolgreichsten Urban Pop-Acts in Europa. Zu ihren größten Hits gehören „Glow“, „Beggin’“, „Keep my cool“, „Don’t worry“ und „Freaky like me“. Als Miteigentümer der Rum-Company sind sie Teil von Black Tears und bewerben ihre Marke auch durch Product-Placement im Musik-Video „Keep my cool“, auf ihren Social-Media-Kanälen und bei ihrer bevorstehenden Deutschland-Tour.

Ein klares Statement gibt Sierra Madre ab. Florian Perret: „Wir beobachten, dass im Nachtleben die Premiumisierung bei Spirituosen, gerade auch bei Rums, immer mehr Einzug erhält. Gerade in Bars genießen Premium-Marken wie Rum Botucal oder Don Papa ein hohes Ansehen und werden auch vermehrt pur getrunken. In Discotheken ist der Purgenuss von Rum nicht gelernt. Daher werden auch in Zukunft hauptsächlich Rums des mittleren Preissegments für Mix-Getränke verwendet werden.“

Innovative Marken von Unternehmen, die noch nicht zu den weltweiten Big-Playern gehören, sind ganz hoch im Kurs. Sebastian Krellmann, bei Reidemeister & Ulrichs in Bremen Product Group Manager von Kraken Rum, hat die Szene zielsicher im Blick und reflektiert: „Die Marke Kraken Rum ist eng mit dem Nachtleben verbunden. Das ist zum einen in der Markengeschichte selbst verankert, denn Kraken Rum ist schwarz wie die Nacht und steht wie der ungezähmte Riesenkrake in den Tiefen des Meeres für wilde, exzessive Nächte. Zum anderen passt das Produkt hervorragend in Discos und Clubs als auch in die gehobene Bar. In Discos und Clubs, wo die Gäste vor allem Longdrinks ordern, empfehlen wir unsere Signature-Drinks wie Kraken-Coke oder Kraken-Lemonade. Letzteres ist ein Mix aus Kraken Rum, Zitrone und Mate Limonade. Man kann Kraken Rum natürlich auch als Shot trinken, aber das machen wahrscheinlich die wenigsten Clubbesucher.

In Bars, wo das bewusste Genießen im Vordergrund steht, sieht das schon wieder anders aus. Hier kann Kraken Rum sein ganzes Aromen- und Mix-Potenzial präsentieren. Entweder gemixt in klassischen Rum-Cocktails wie Dark & Stormy, als Whisky-Ersatz im Old Fashioned oder pur.“ Mit der besonderen Schokoladen-Vanille-Karamell-Note von Kraken Rum hat die Marke Potenzial in der Szene. Um diese gezielt anzusprechen, fanden unlängst Events statt, etwa in der Kraken Rum Pop-Up-Bar im Hamburger Schanzenviertel. Dort strandete ein Schiff auf einer Verkehrsinsel, ein Seemann verteilte im Viertel Einladungen zum Auftakt der Party-Nacht im „Good Old Days“.

Der weltbekannte Black Seal Rum, mit dem einer der wenigen Drinks gemixt wird, bei dem der Rum markenrechtlich festgelegt ist, bekommt nun einen gleichwertigen Partner: den Gold Seal Rum. Beide sind wie gemacht für Partys. Der neue Rum vereinigt in seinem Blend die geschmackliche Komplexität des Black Seal. Der Rum von den Bermuda Inseln steht in seiner Heimat für den Nationaldrink Dark’n’Stormy, der laut Original-Rezept nur mit Gosling’s Rum und Ginger Beer zubereitet werden darf. Das Traditionsprodukt nach einem 150 Jahre alten Familienrezept ist ein mehrfach ausgezeichneter Premium-Rum. Der Name stammt übrigens aus der Zeit, als man von der Fass- zur Flaschenproduktion umstieg und diese dann mit schwarzem Siegelwachs (im Englischen: Black Seal) verschlossen wurde. Beim deutschen Vertrieb Wineshopper schaut man sehr zuversichtlich auf die Zukunft des Produkts in Clubs und Discotheken: „In unseren Augen wird Rum zur neuen Trend-Spirituose werden, sowohl pur genossen als auch in köstlichen Drinks mit karibischer Note. Diese Entwicklung ist auch daran zu sehen, dass Rum bei den deutschen Brennern auch immer mehr in den Fokus kommt. Rumgenuss verschafft Urlaubsfeeling pur und ist vor allem auch bei Frauen leichter „an den Mann“ zu bringen, weil er weicher und süßer ist.“ Signature-Drink des Gold-Rums ist – sozusagen als Gegenspieler zum Dark’n’Stormy – der „Bright’n’Sunny“: 5 cl Gosling’s Gold Seal Rum auf Eis ins Glas geben, mit 12 cl Ginger Ale auffüllen und on top einen kräftigen Spritzer Orangen- oder Zitronensaft geben.

Qualität steht bei Spirituosen immer mehr im Vordergrund. „Die Rum-Kategorie in Deutschland verzeichnet, wie auch viele andere Spirituosen-Kategorien, einen Trend zur Premiumisierung. Die Konsumenten entscheiden sich immer häufiger für höherwertige Produktqualitäten“, lautet die Beobachtung von Bacardi. Das Unternehmen hat dafür den Premium Rum Bacardi Carta Blanca sowie den 8 Años im Sortiment. Brand-Managerin Simone Kockelmann: „Rum ist bei der Zielgruppe nach wie vor äußerst beliebt. Als Mojito oder als Klassiker Bacardi mit Cola ist er fester Bestandteil der feiernden Party-Gäste.“

Bei Borco ist man schon seit Jahren auf der R(h)um-Spur und prophezeit dem Segment „den großen Durchbruch als nächste Trendspirituose“. Die Zahlen von braunem Rum nach Nielsen-Erhebungen (2015) offenbaren ein Plus von 3,6 Prozent. Bei Borco geht man davon aus, dass das anstehende Absatzwachstum der gesamten Kategorie sich wie in den vergangenen Jahren zumeist im unteren einstelligen Bereich bewegen wird. Daneben wird noch ein etwas höheres Umsatzwachstum im Rahmen der fortschreitenden Premiumisierung des Marktes erwartet. Letztere geht wiederum deutlicher mit Pur-Konsum einher und hat sich offenbar gesteigert. Potenziale für den Club- und Bar-Bereich gebe es einige – sie müssen aber auch an die Konsumenten vermittelt werden. Das gelinge etwa mit einem durchdachten Rum-Regal hinter dem Tresen. Damit kann sich ein Club vom Wettbewerber differenzieren. Analogien zu Whisk(e)y können gezogen werden, vielleicht geht sogar beides. Bei Borco unterscheidet man intern genau zwischen den Herkunftsländern beziehungsweise den Herstellungsverfahren (spanisch, britisch, französisch, inländisch). Diese Komplexität kann beispielsweise dem interessierten Gast vermittelt werden, denn jede Herkunft hat eigene Besonderheiten.

Après-Ski-Feeling vermittelt der neue Stroh Fire Limited Edition aus Österreich. Der Chili-Likör auf Stroh Rum-Basis ist seit Oktober neu und hat das Potenzial zum kommenden „Hot Shot“ der Gastro- und Barszene oder mit Almdudler aufgegossen zu einem würzigen, alpinen Longdrink für alle Jahreszeiten und Anlässe zu werden. Der 20-Prozenter schmeckt am besten eisgekühlt als Shot oder zu Limonaden oder Ginger Beer. Leider ist Stroh Fire nur limitiert und so lange der Vorrat reicht erhältlich.

Bei Diageo hat man eine besondere Beliebtheit von Rum-Sorten zum Mixen festgestellt. Karin Dietrich, Corporate Relations Director : „Trotz einem leichten Umsatzrückgang von minus 0,3 Prozent belegt Rum weiterhin den fünften Platz auf dem deutschen Gesamtmarkt. Dennoch ist ein Trend zum Premium-Rum erkennbar, welcher die Konsumenten wählerischer bei ihrer Auswahl werden lässt sowie eine höhere Investitionsbereitschaft widerspiegelt. Lange lag die Aufmerksamkeit allerdings nicht auf dem puren Genuss von Rum. Dies hat sich eindeutig geändert.“ Bei Diageo liegt der Fokus der Marken Captain Morgan und Pampero auf der Ansprache von jüngeren Konsumenten, die Longdrinks, Shot-Konsum und unvergessliche Partyerlebnisse im Nachtleben bevorzugen.

Mit der großen Ron Zacapa Range bietet Diageo zudem einen qualitativ hochwertigen Rum, der sich sowohl zum puren Genuss in ruhigen Momenten als auch zum Mixen von außergewöhnlichen Cocktailkreationen eignet und sich in gehobenen Bars großer Beliebtheit erfreut. Der klare Captain Morgan White Rum schaffte es granatenmäßig mit einer „überdeutlichen Umsatzsteigerung“ unter die Top Ten. Karin Dietrich: „Auch in der Gastronomie lief die Etablierung des neuen Captain überaus erfolgreich!“ Natürlich liegt das auch an den außergewöhnlichen Party-Events, die seit Jahren sehr erfolgreich im Nachtleben durchgeführt werden und die 18- bis 29-Jährigen ansprechen. 2015 wurde das Konzept in der disco-magazin-Umfrage Topdrinks des Jahres als „Beste Discopromotion“ ausgezeichnet, in diesem Jahr wurde Captain Morgan Zweiter. Aber auch die beiden anderen Rum-Marken Pampero und Ron Zacapa können eine positive Entwicklung vorweisen und ihre Fangemeinde weiter vergrößern. Der venezolanische Rum Pampero kann durch seine Authentizität vor allem in der Independent-Szene punkten und überzeugt dort die Konsumenten. Ron Zacapa aus Guatemala steht für Genussmomente im Luxusbereich. Im Oktober wurde durch Zacapa Royal das hochwertige Portfolio des Traditionshauses erweitert.

Bei Pott Rum will man mit einem aufgefrischten Auftritt neue Fans gewinnen. Der bekannte Braune aus Übersee ist in seiner Klasse Marktführer. Die Flasche wurde optisch aufgewertet, die Verschlüsse je nach Volumenprozent (40 oder 54% Vol.) kenntlich gemacht. Von der DLG gab es aktuell Auszeichnungen in Gold und Silber sowie eine ISW-Medaille in Silber.

Auch bei Havana Club wurde erweitert: der Neue heißt Pacto Navio. Historisch steht dahinter ein Pakt aus dem Jahr 1815, der den Frieden zwischen Spanien und Frankreich besiegelte und damit die Rückkehr der Navíos – Handelsschiffe zwischen Europa und Havanna – ermöglichte. Französische Schiffe brachten von nun an den kostbaren Sauternes-Wein über den Ozean nach Kuba. Die hierfür verwendeten Weinfässer wurden dort erneut mit Rum befüllt und zurück nach Europa geschickt. Während der Reise reifte der Rum weiter und nahm einen Teil der Weinaromen an – die Geburtsstunde des „Pacto Navio“. Der Rum, dessen Name so viel wie „Schiffspakt“ bedeutet, ist eine genussvolle Reminiszenz an diese Ära. Bei „Pacto Navio“ wird ein Teil des Blends für drei Monate in Sauternes-Fässern nachgereift. Nur die besten Fässer mit mindestens 18-monatiger vorheriger Weinlagerung werden zur Reifung dieses exklusiven Rums verwendet. Nicht nur für Havana Club, sondern für das gesamte, hoch dynamische Segment des dunklen Rums leiten wir hiermit eine neue Ära des Rumgenusses ein“, freut sich Philipp Hohmann, Marketing Manager Night Out bei Pernod Ricard Deutschland. Es ist ein besonderer Rum in der Geschichte von Havana Club“, ergänzt Christian Balke, Brand Ambassador von Havana Club. Die Empfehlung lautet natürlich Purgenuss.

Das ist beim bekannten Siebenjährigen von Havana Club nicht anders, der aber nun als Hommage an die 130-jährige Rum-Tradition in komplett neuem Outfit auftaucht. Vorgestellt wurde die bauchige Flasche mit dem Maestro, der seit 1970 in der Destillerie tätig ist, auf dem Rücketikett in der neuen, im August eröffneten Kölner Bar „Das Wertheim“. Zum Launch-Event, bei dem auch disco-magazin präsent war, konnte mit Asbel Morales, der Primeur Maestro del Ron Cubano, persönlich begrüßt werden. Morales machte als Botschafter für den Rum der großen Insel den Teilnehmern des kleinen Workshops deutlich, wie emotional Marke und Maestro miteinander verbunden sein können. Den Havana 7 Años gibt es erst seit 1978. Aus der Idee, den Rum so lange zu lagern, sind inzwischen fünf andere Rum-Qualitäten der Destillerie entstanden. Bei Havana 7 Años kommt neben dem siebenjährigen Rum auch ein Anteil Centenario zum Einsatz. Die Vermählung sorgt für eine angenehme Milde. Zum Start erhält jede Flasche einen Neckhanger mit einem Internet-Link zu „havana-people.com“. Die Website erlaubt dern Blick auf die Menschen hinter den Kulissen, die den Erfolg der Marke erst ermöglichen.