Szene

Zurück in die Zukunft – 25 Jahre mittendrin

Fabian Leweke, Markus Michels und Diana Melchers Fabian Leweke, Markus Michels und Diana Melchers

In der Branche herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, es gibt nur wenig, was bleibt. Die CREA Werbeagentur als Spezialist für Freizeitmarketing ist so ein Fels in der Brandung. Seit 25 Jahren ist Gründer und Geschäftsführer Markus Michels im Epizentrum der Branche und begleitet die Kunden durch stürmische Zeiten. Mit einer fulminanten Party feierte die Agentur in Osnabrück das Jubiläum. Ange- fangen hat alles mit einer kleinen, grünen Metallkassette für die Einnahmen aus den ersten eigenen Partys Anfang der 80er-Jahre. Noch heute hat sie einen Ehrenplatz in seinem Büro, sagt Michels. Über die Liebe zur Musik und zum Auf- legen sei er in die Branche gerutscht. Schon während des Studiums gründet er die CREA Werbeagentur und überzeugte Michael Büter, damals Mastermind des Gastronomiekom- plexes Dorf Münsterland in Legden, die ersten vierfarbigen Discotheken-Flyer überhaupt zu drucken – es folgen binnen weniger Monate nahezu alle großen Clubs der Region. Mit der MPC-Discothekengruppe auf der Kundenliste begann dann schließlich die Expansion nach Süddeutschland, Öster- reich und der Schweiz. Zu Hochzeiten verließen jeden Monat über eine Million Drucksachen und Hunderttausende SMS das Haus an der Friedhofstraße 1a in Osnabrück. „Das waren total irre Zeiten damals. Nahezu jeden Monat hat irgendwo ein neuer Großraumladen auf der grünen Wiese aufgemacht. Und alle haben ordentlich Geld verdient.“, schwärmt Michels über die Goldgräberstimmung Ende der 90er.

Mit der Gründung der Public Entertainment AG und dem Smash Tunes Musikverlag stellte der 48-Jährige dann 1999 seine Liebe zur Musik auf ein professionelles Fundament. Neben der Musikproduktion werden Künstler wie Mickie Krause und Mirja Boes verbucht und gemanagt. Mit dem Siegeszug des Internets, dem Nichtraucherschutz und der Generation Y geriet einige Jahre später eine ganze Branche in schwere See – und damit auch ihre Zulieferer. Michels erinnert sich: „Bei CREA haben wir nun Programmierer statt Designer eingestellt und unsere Dienstleistungen komplett umgekrempelt, es war plötzlich viel mehr Beratung gefragt. Wir wurden sogar zu Bankgesprächen ein- geladen.“ Mittlerweile bietet das 20-köpfge Team das geballte Branchen-Knowhow der letzten 25 Jahre auch Systemgastronomien, Industriekunden und Verbänden an. So koordinierte CREA 2012 die bundesweite Anti-GEMA-Kampagne „5 vor 12“ und führt seit 15 Jahren mit dem BDT-Trendcheck jährlich die bundesweit größte Studie zum Konsum- und Ausgehverhalten jugendlicher Zielgruppen durch. Auch disco-magazin arbeitet in Sachen Anzeigenver- trieb und Layout mit den Experten aus Osnabrück zusammen. Auf die Zukunft der Discotheken und Clubs angesprochen, muss Michels nicht lange überlegen: „Wir brauchen dringend wie- der mehr Herzblut, Mut und gutes Marketing statt Copy-Paste in der Branche.“ Die Betriebe müssten wieder besser werden, nicht billiger. Auch der Megatrend zur Digitalisierung ersetzt nicht die Hausaufgaben auf Augenhöhe des Gasts, die viele Betriebe haben. Oder wie es Michels formuliert: „Wenn ich einen Scheißladen digitalisiere, habe ich einen scheiß digitalen Laden.“ Mehr unter www.crea.de

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