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In diesem Jahr feiert Claypaky das 50-jährige Bestehen. 50 Jahre, in denen ein weltweit anerkannter Name in der professionellen Lichttechnik geworden ist. 50 Jahre, in denen immer wieder Produkte entstanden, die vorher nicht existierten – und danach nicht mehr wegzudenken waren. 50 Jahre, in denen vier Eigentümer kamen und gingen, ohne dass sich das Wesentliche verändert hat.
Ende der 70er-Jahre begann die Sturm-und-Drang-Zeit des Nacht-
lebens. Discotheken schossen wie Pilze aus dem Boden, Italien war dabei einer der Hotspots in Europa. Das Licht war statisch und konnte maximal manuell bewegt werden. Pasquale Quadri hatte anderes im Sinn: eine Zukunft, in der Licht zum aktiven Gestaltungsmittel wird und Emotionen erzeugt.
Eine seiner ersten ikonischen Lösungen war der „Astrodisco“, der weltweit erste Scheinwerfer mit einer einzigen Lampe und mehreren Linsen. Ihm folgte der legendäre „Astroraggi“, der 101 intermittierende Lichtstrahlen erzeugte und die visuelle Erfahrung der Discotheken einer ganzen Dekade prägte. 1988 erblickte der „Golden Scan“ das Licht der Welt und prägte es für viele Jahre. Der erste Spiegelscanner mit Mikroschrittmotoren ermöglichte Bewegungen, die bis dahin schlicht nicht möglich waren: weich, präzise, kontrolliert. Fast ungläubig erstarrte die Branche dicht gedrängt in den Showrooms der Fachmessen wie der SIB in Rimini und bejubelte den technologischen Fortschritt. Der „Golden Scan“ dominierte den Markt bis weit in die 90er-Jahre und wurde zur Branchenreferenz. Wer damals in der Branche arbeitete, kennt den Namen noch heute. Auf diesen Erfolg folgten weitere Neuheiten wie der „Mini Scan“, der erste kompakte Scanner, und der „Super Scan Zoom“ – der weltweit erste Projektor, der ein CMY-Farbmischsystem mit linearem Zoom kombinierte. Kontinuierliche Farbvariation statt starrer Farbradpositionen: Was heute Standard ist, begann dort. Kaum eine Discothek verzichtete auf den Einsatz von Spiegelscannern. Claypaky galt als Rolls-Royce oder Mercedes unter den immer zahlreicher werdenden Anbietern.
Gegen Ende des Jahrhunderts änderte sich der Markt. Discotheken boomten nicht mehr, andere Eventformate standen und stehen bis heute im Fokus. Konzert/Touring, Festivals, Theater und Fernsehen wurden zu neuen Kunden der dynamischen Unternehmen, die sich im Discomarkt entwickelt hatten. Zur gleichen Zeit wurden kopfbewegte Scheinwerfer populär, die zuvor rund zwei Jahrzehnte lang aufgrund von Patentrechtsstreitigkeiten nur teuer gemietet werden konnten. Als der Bann gebrochen war, stürzte sich die Branche auf die Moving-Heads. Auch Claypaky folgte mit einer Moving-Head-Linie und launchte unter anderem den „Stage Profile Plus“, den ersten Moving-Head mit professionellem Beam-Shaper.
2002 bezog das Unternehmen in Seriate einen neuen, zweckgebauten Komplex mit 10.000 qm für Produktion, Forschung und Verwaltung. Zahlreiche Moving-Heads wurden dort produziert. Der „Alpha Beam“ als erster Beam-Moving-Light-Projektor, der „Sharpy“ als meistverkaufter Moving-Head seiner Art aller Zeiten. Das 189-Watt-Gerät mit 19 kg ließ deutlich stärkere Scheinwerfer alt aussehen. Ein Strahl wie ein Laser: parallel, scharf, ohne Fransen. Der „Sharpy“ gewann den ersten Award for Innovation der PLASA und danach zahlreiche weitere Auszeichnungen – und wurde massenhaft bis heute kopiert.
2025 erschien der „Ultimo Sharpy“, eine IP66-zertifizierte Weiterentwicklung mit 250 Watt, 100.000 Lux auf 20 Meter, 19,5 kg, echtem CMY-Farbmischsystem, endloser Pan-Rotation und einer Lampenlaufzeit von bis zu 6.000 Stunden. Weiteres Highlight war der „B-Eye“, ein erfolgreicher Multilinsen-LED-Moving-Head, der Wash-, Beam- und Effektfunktionen kombinierte. Ihm folgten Produkte wie „Mythos“, der erste zu 100 Prozent „hybride“ Moving-Head und 2019 der „Xtylos“, der erste Moving-Head mit RGB-Laserquelle.
Claypaky ist auf allen Bühne der Welt zu Hause. Beim ESC, der größten und aufwendigsten Musikshow der Welt ebenso wie bei den Olympischen Spielen, der Fußball-WM und den Halbzeitshows des Super Bowl sowie bei Weltausstellungen. Claypaky begleitet Tourneen bekannter Top-Acts wie Rolling Stones, AC/DC, Genesis, Paul McCartney, Take That, Céline Dion, Madonna, Beyoncé, Rammstein, Ed Sheeran, Coldplay und Bad Bunny.
2014 wurde Claypaky von Osram übernommen – im selben Jahr starb Pasquale Quadri im Alter von nur 67 Jahren. Neuer CEO wurde Pio Nahum bis 2019. Eine Ära endete, die nächste begann. Mit der Übernahme von ADB Lighting Technologies 2016 erweiterte Claypaky seine Präsenz im Theater- und Broadcast-Segment. Unter Osram entstanden unter anderem gemeinsame Entwicklungen in der HCR-Farbtechnologie. Als die ams AG Osram 2020 übernahm und das fusionierte Unternehmen ams OSRAM seine Unterhaltungsbeleuchtungssparte konsequent abbaute, war Claypaky das letzte verbleibende Asset. Im März 2023 übernahm ARRI, der Münchner Kamera- und Broadcast-Spezialist. Im Mai 2025 folgte der nächste Wechsel: EK Inc. wurde neuer strategischer Eigentümer – ein Unternehmen, das in der Beleuchtungsbranche kein Unbekannter ist. Claypaky und EK verbindet bereits eine langjährige ODM- und Co-Development-Partnerschaft. Was sich verändert hat, ist die Eigentümerstruktur. Was bleibt, ist alles andere: der Hauptsitz in Seriate, das Management-Team, die Produktentwicklung in Italien, die Marke.
Seit 1. April 2025 ist Claypaky in Deutschland mit einer eigenen Gesellschaft vertreten, der Clay Paky Deutschland GmbH, ansässig bei München, geführt von Marcus Graser und Luc Lafont. Mit einem spezialisierten Team aus Business Development, Produktmanagement, Service, Marketing und Kundensupport ist das Unternehmen direkt im Markt präsent – für Rental-Kunden, Systemintegratoren und Lichtdesigner in Deutschland mit einem lokalen Ansprechpartner, der die Branche kennt und versteht. Deutschland ist einer der bedeutendsten Märkte für professionelle Veranstaltungstechnik in Europa. Dass Claypaky hier eigenständig aufgestellt ist, ist kein Zufall – es ist eine strategische Entscheidung mit Langzeitperspektive.










Text: Klaus Niester
