Club Convention im SAP Garden: im Interview mit BDT-Präsident Holger Bösch über die Club Convention 2026

Halbe Sachen gibt es in Bayern nicht. Die Club Convention on Tour des Unternehmerverbandes BDT kommt daher am 20. und 21. Oktober mit einem grandiosen Programm daher. Top-Speaker, Networking und eine Branchenmesse finden im SAP Garden statt. Abends folgt eine spannende Clubtour durch die Landeshauptstadt. BDT-Präsident Holger Bösch verrät im Gespräch mit disco-magazin die ersten Details.

disco-magazin: Die Club Convention on Tour startete im letzten Jahr in Berlin. Geht es wieder auf Tour?
Holger Bösch: Es war auch schon früher so, dass wir wechselnde Standorte hatten. Sieben Jahre waren wir in Osnabrück im „Alando Palais“ gewesen, was auch wirklich Vorteile hatte, weil ein Hotel gleich dabei war und es den großen „Alando Ballsaal“ für die Messe und die Mitgliederversammlung gab – und natürlich den sehenswerten Club selbst. Aber wir haben gemerkt, dass es sinnvoll ist, auch mal wieder heraus aus der Region zu gehen und waren zunächst in der Hauptstadt, damit die dortigen Clubs und Discotheken auch alle mal die Möglichkeit haben, einfacher und leichter an der Club Convention teilzunehmen. In Berlin fand die Club Convention gleichzeitig mit dem BCB statt. Das war eine klasse Sache und ein Mehrwert für alle.

disco-magazin: Wo geht es in diesem Jahr hin?
Holger Bösch: Dieses Jahr treffen wir uns in München, stark unterstützt von Red Bull. Wir sind dort im SAP Garden, wo Basketball- und Eishockey-Spiele stattfinden. Bauherr und Stadionbetreiber ist die Red Bull Stadion München GmbH. Das Fassungsvermögen liegt bei bis zu 11.500 Leuten. Ganz so viele werden wir bei der Club Convention wohl nicht bekommen. Aber die Tagungsräume können wir zwei Tage lang nutzen. Es wird zudem eine Stadionführung im SAP Garden geben. Durch das Engagement von Red Bull schaffen wir es auch dieses Jahr, unseren Mitgliedern wieder kostengünstige Tickets zur Verfügung zu stellen – natürlich können auch alle anderen Interessierten kommen. Wir werden auch stark unterstützt vom DEHOGA Landesverband Bayern, also namentlich von der Präsidentin Angela Inselkammer und dem Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, die uns auch aktiv mit ihren Kontakten unterstützen.

disco-magazin: Was erwartet die Teilnehmer in München?
Holger Bösch: Wir haben einige Speaker schon fest. Marc Uebelherr wird kommen. Er ist nicht nur lokal in München, sondern deutschlandweit eine Koryphäe im Gastrobusiness. Allein in München hat er im letzten Jahr fünf neue Pop-Ups eröffnet. Er ist auch Präsident vom Leaders Club.

Schwärmt schon vom starken Programm der nächsten Club Convention: BDT-Präsident Holger Bösch, hier im Büro seines „Index“ in Schüttorf, wo er gerade sein drittes Restaurant plant.

disco-magazin: Stehen die Locations für die Clubtour durch München schon fest?
Holger Bösch: Es wird eine unheimlich interessante Clubtour geben, die aber noch nicht spruchreif ist. Wir müssen das Routing noch bestimmen. Fest steht, dass wir zwei Tage im SAP Garden sein werden. Am ersten Tag werden wir dort die Mitgliederversammlung durchführen und danach eben halt verschiedene Clubs ansehen. Wir legen einen Zwischenstopp im „H’ugo’s“ ein, wo uns ein Abendessen mit DJ erwartet. Beim bekannten Kult-Italiener, in dem auch die Bayern-Spieler gern ausgehen, wird an diesem Abend für Partystimmung gesorgt sein.

disco-magazin: Wie sieht es mit der begleitenden Messe aus?
Holger Bösch: Es wird auf jeden Fall auch wieder eine Messe geben. Wir bieten unseren Förderpartnern und sonstigen Interessenten natürlich wieder an, dort auszustellen. Wir haben auch schon einige Anfragen aus Österreich. Bearbeitet wird das in unserer Geschäftsstelle von Aurélie Bergen. Ich möchte die Industrie aufrufen, sich möglichst zahlreich zu beteiligen. Die Hotels in München sollten schnell gebucht werden, da in München zeitgleich wohl ein großer Ärztekongress stattfinden wird.

disco-magazin: Gibt es derzeit aktuelle Branchenthemen?
Holger Bösch: Ganz spannend sind die GEMA-Verhandlungen – und natürlich die Klassifizierung von Clubs/Discotheken als Kulturstätte. Das hat der DEHOGA Bundesverband auch in seine politische Agenda aufgenommen. Wir engagieren uns im Beirat Innenstadt und sehen durch die aktuelle Baurechtsnovelle eine wichtige Chance: Darin ist bereits eine Reform der TA Lärm vorgesehen, und wir möchten diesen Prozess aktiv mitgestalten. Seit Langem wird eine stärkere Differenzierung zwischen industriellem und sozialen Lärm gefordert. In diesem Zusammenhang setzen wir uns dafür ein, dass ergänzend eine zweite TA entwickelt wird. Davon würden nicht nur Discotheken profitieren, sondern auch die Außengastronomie, die bislang häufig bereits um 22 Uhr schließen muss. Ein weiteres zentrales Anliegen für uns ist die Flexibilisierung der Arbeitszeiten. In unserer Branche konzentrieren sich die Einsatzzeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwiegend auf die Wochenenden, weshalb hier praxisnahe und zeitgemäße Regelungen dringend erforderlich sind. Darüber hinaus verfolgen wir das Ziel, unsere Betriebe steuerrechtlich als Kulturstätten anerkennen zu lassen. Dies wäre ein wichtiger Schritt hin zu einer steuerlichen Entlastung, da für Kulturstätten auf Eintrittsgelder lediglich 7% Mehrwertsteuer anfallen. Aktuell müssen von den Eintrittsgeldern der Club- und
Discothekenabende 19% an Mehrwertsteuer abgeführt werden.

Letztes Jahr Berlin, dieses Jahr München: Holger Bösch will den Nachtgastronomen mit dem On-Tour-Konzept neue Impulse geben.

disco-magazin: Es wird also spannende Themen geben, für die es sich lohnt, nach München zu fahren.
Holger Bösch: Absolut. Ganz wichtig ist natürlich auch ist das Netzwerken untereinander und unser Erfahrungsaustausch, den wir die letzten Jahre mit allen Gastronomen auf der Club Convention angeboten haben und den alle sehr zu schätzen wissen.

disco-magazin: Geht es irgendwann auch wieder zurück nach Osnabrück?
Holger Bösch: Das will ich nicht ausschließen. Wir würden auch gerne mal ins Ausland gehen.

Interview: Klaus Niester

MEHR AUS DER RUBRIK

No data was found