News-Ticker

Kein Erbarmen: Trotz kostspieliger Umsetzung aller verlangten Hygienemaßnahmen trifft die Gastronomie erneut der Lockdown. Vom 2. November bis Ende des Monats müssen alle Gastrobetriebe geschlossen bleiben. Das verkündete die Bundesregierung. +++++ Die Branche hat sich endlich wieder getroffen. Bei der Club Convention in Osnabrück mussten alle rund 240 Fachbesucher einen Corona-Schnelltest über sich ergehen lassen und betraten dann durch ein Desinfektionsgate die Halle. Mehr Sicherheit geht nicht! +++++ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier war live per Video bei der Club Convention in Osnabrück zugeschaltet. Altmaier sagte, wegen steigender Coronazahlen sei eine Öffnung derzeit ausgeschlossen, versprach auber verbesserte finanzielle Hilfen. +++++ Knut Walsleben ("Funparc", Trittau) wurde in Osnabrück bei der BDT-Mitgliederversammlung zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt, Er löst Hennes Pikemaat ab. Vizepräsidenten wurden Holger Bösch (Schüttorf) und Dirk Bamberger (Balingen). +++++ Aufgrund steigender Infektionszahlen sind Öffnungsperspektiven für Discotheken in weite Ferne gerückt. Auch Sachsen-Anhalt machte jetzt wieder einen Rückzieher. +++++ Daggi und Tom Peitzmeier wurden vom BDT/DEHOGA mit dem Discotheken-Unternehmerpreis 2020 ausgezeichnet. Das Ehepaar ist beteiligt am "Cafe Europa" in Bielefeld, "Deja Vu" in Verl und "Hermann's" in Detmold. +++++ Gastronom gewinnt gegen Versicherung. Der Wirt des Münchener Augustinerkellers hatte eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen und geklagt, weil die VKB nicht zahlen wollte. Jetzt hat er Recht bekommen. Die Versicherung soll 1,014 Mio. Euro auszahlen, geht aber wohl in die Berufung. +++++ In Liverpool gibt es Disco im Freien mal ganz anders. Auf einem offenen Doppeldeckerbus steht der DJ, die Raver fahren per Fahrrad oder Motorrad hinterher. +++++

Szene

Gerichte bestätigen Discoschließungen

Irgendwann wurde es Holger Bösch (rechts) zu bunt. Der Inhaber des „Index“ in Schüttorf stellte vor dem Oberverwaltungsgericht Niedersachsen in Lüneburg einen Antrag auf einstweilige Außervollzugsetzung der Schließung von Clubs und Discotheken. Die Richter hatten jedoch kein Einsehen. Zum einen seien Veranstaltungen ab 1000 Personen sowieso nicht erlaubt, sodass sich kein rechtlicher Vorteil ergebe, zum anderen sei die Schließung eine notwendige Schutzmaßnahme, die auch das konkrete Hygienekonzept des „Index“ nicht verändere, zumal ein Abstandhalten nicht kontrollierbar sei. Ebenso sei ein Vergleich mit erlaubten Outdoor-Events nicht möglich. Auch in NRW wurde geklagt. Eine Kölner Discothek war mit der Auffassung, eine fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung sei ohne finanziellen Ausgleich rechtswidrig, vor das OVG in Münster gezogen und hatte ebenfalls Schiffbruch erlitten. Die Richter unterstützten in einem Eilbeschluss (08.07.2020 – 13 B 870/20.NE) die Ansicht des Landes, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko in Clubs bestehe und Abstandsregelungen und Maskenpflicht unrealistisch seien. So werde das Risiko einer Verbreitung des Virus durch Tröpfcheninfektionen und potenziell virushaltige Aerosole durch den Umstand begünstigt, dass in den Locations regelmäßig wechselnde Gäste, in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und zumeist über eine nicht unerhebliche Verweildauer, dicht gedrängt beieinander stünden, säßen oder tanzten. Ebenso erging es dem Münchener „Harry Klein“ mit einer Klage vor dem Bayrischen Verwaltungsgerichtshof. Die Infektionsgefahren seien halt höher als in anderen Bereichen. Dabei war es David Süß, dem Betreiber des Clubs, gerade darum gegangen, Auswege jenseits des üblichen Clubbetriebs zu finden.