Freitagnachmittag, ca. 16 Uhr. Ein Bote stellt ein Schreiben des Landratsamts Augsburg Land zu. Der Inhalt: die Nutzungsuntersagung für die Discothek „PM“ in Untermeitingen. Der Grund: Brandschutzmängel. Betreiber Stefan Egger ist schockiert. Die kommenden Partys fallen aus. Eine Möglichkeit zum Einspruch gibt es um diese Uhrzeit nicht mehr. Kosten entstehen – aber der Albtraum geht weiter. Noch im Februar soll die Discothek im Untergeschoss eines Parkhauses kontrolliert worden sein. Laut Egger gabe es zwar Mängel, sicherheitsrelevante seien aber behoben worden. 1993 war das Gebäude entstanden. Ende 1998 wurde das „PM“ eröffnet, nach vier Vorgängern übernahm Stefan Egger den Tanzpalast 2011. Jedes Jahr wurde seitdem der Brandschutz kontrolliert. Feuerwehr und Behörden hatten – so Egger – nichts oder wenig auszusetzen. In Absprache mit der Feuerwehr ließ er sogar Teile der Anlage erneuern. Also alles in Ordnung? Im Bauordnungsamt weht frischer Wind, neue Besen kehren anders, vermuten Insider. Das Problem: Was in der Originalbaubeschreibung von 1993 steht, stimmt nicht überein mit der verbauten Anlage. Lüftungsklappen befinden sich an anderen Stellen, die Entrauchungsanlage trägt eine andere DIN-Norm, der Druckknopf der Brandmelder ist ein anderes Modell als im Baubescheid – zusammen fast 20 Punkte. Funktionieren sollen sie aber alle, sagt Egger, der kürzlich pensionierte Amtsleiter habe das stets pragmatisch gesehen und abgenickt. Formal hat die Behörde damit Recht. Egger, der ab Januar eh für zehn Monate den Betrieb schließen wollte, um umzubauen und zu sanieren, kritisiert aber die Verhältnismäßigkeit. Abweichungen vom Baubescheid würden keine akute Gefahr darstellen. Vor dem Verwaltungsgericht hat er geklagt und zugleich sechs sicherheitsrelevante Abweichungen beseitigen lassen. Nach Redaktionsschluss soll er eine Duldung bis Jahresende erhalten. Danach wird Schluss sein. Die Sanierung soll eine hohe sechsstellige Summe kosten. Fünf Partys werden noch gefeiert. Nach 27 Jahren endet die Geschichte des „PM“. Egger will sich nun stärker seiner zweiten Disco, dem „Sommerkeller“ in Igling, widmen.